Expatriate Protection Program – Teil 10: Sexuelle Übergriffe

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EPP-Expatriate-Protection-Program-sexuelle Übergriffe / Foto: Steph. Swartz

Die ägyptische Polizei untersucht momentan den Fall, bei dem eine britische Staatsangehörige von einem Hotelmitarbeiter vergewaltigt worden sein soll. Laut des britischen Außenministeriums seien Übergriffe auf britische Frauen keine Ausnahmen. Seit den Unruhen von Anfang 2012 ist ein Anstieg von sexuellen Angriffen und Vergewaltigungen gegen britische Frauen zu verzeichnen. Dass diese Art der Übergriffe nicht nur in Ägypten vorkommen können, zeigt das Martyrium, welches eine britische Touristin in Südafrika durchleben musste.

Im Rahmen unseres Expatriate Protection Programs widmen wir uns grundlegenden Maßnahmen, mithilfe derer Sie die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines sexuellen Angriffs zu werden, reduzieren können. ABER es handelt sich nur um einige grundlegende Verhaltensvorschläge – Ihre Sicherheitsstrategien, Ihre SOP’s müssen, besonders in einem sich schnell verändernden Umfeld, wie Sie es in einem afrikanischen Land vorfinden, individuell entwickelt und bei Veränderungen angepasst werden.

Was Sie vermeiden sollten:

  • Nachts alleine, sei es zu Fuß, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxen oder Ihrem Auto unterwegs sein.
  • Meiden Sie abgelegene, unsichere oder schlecht beleuchtete Gegenden. Seinen Sie nicht „schlauer“ als die Einheimischen! Hören Sie auf sie!
  • Meiden Sie „high crime areas”. Machen Sie sich schlau: Wo sind sie? Welche Gefahren gibt es? Zu welchen Zeiten? Es gibt z.B. viele Bezirke, die tagsüber bzw. während der Öffnungs- und Bürozeiten eine moderates Risiko aufweisen, die aber nach Feierabend dringend gemieden werden sollten.
  • Hände weg von Drogen und zu viel Alkohol! Nicht nur, dass Ihre Wahrnehmung und Ihre Reaktion stark beeinträchtigt werden, Sie machen sich zu dem, was sich jeder Angreifer wünscht: zu einer leichten Beute!
  • Verhalten und kleiden Sie sich entsprechend den landestypischen Gepflogenheiten und Normen. Ein wichtiger Bestandteil Ihrer Sicherheitsstrategie sollte „low profile“ sein. Frei übersetzt: Fallen Sie so wenig wie möglich auf.
  • Ein besonders sensibles Thema sind intime Beziehungen zu Einheimischen. Fragen Sie Ihren zuständigen Sicherheitsverantwortlichen, bekommen Sie mit größter Wahrscheinlichkeit ein ganz klares „Nein, niemals“ als Antwort. Nicht, dass der betreffende Mann „gefährlicher“ oder „böser“ ist, nein, es ist der erhebliche Mehraufwand, der zu leisten ist, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten (z. B dadurch, dass Sie mehr Personenkontakte haben, einen größeren Bewegungsradius, eine andere Unterbringung nutzen usw.). Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Mein Rat an Sie: Finden Sie heraus, was der Verhaltenskodex der Firma empfiehlt und besprechen Sie das Thema mit den Verantwortlichen. Auf gar keinen Fall sollten Sie die Beziehung verheimlichen!

Was Sie tun sollten:

  • Tragen Sie zu jeder Zeit ein geladenes Handy bei sich. Legen Sie die Nummer Ihres Sicherheitsverantwortlichen auf den ersten Platz Ihrer Kurzwahl. Aufgrund der Unzuverlässigkeit der Sicherheitskräfte in den afrikanischen Ländern sollten Sie ihn auch als erstes Anrufen. Er koordiniert und organisiert das weitere Vorgehen.
  • Gehen Sie nur in Gruppen, mindestens aber zu zweit aus. Lassen Sie unter keinen Umständen Ihre Getränke unbeaufsichtigt. Um ganz sicher zu gehen, bestellen Sie Getränke, die in Flaschen oder Dosen serviert werden, und bitten Sie den Kellner, das er bzw. Sie die Getränke selbst am Tisch aufmachen.
  • Befolgen Sie die lokalen Sitten und Gebräuche besonders in Bezug auf Kleidung und dem Umgang zwischen Männern und Frauen in der Öffentlichkeit. Tragen Sie bequeme Schuhe, in den Sie zur Not auch schnell rennen können.
  • Wenn Sie reisen, abhängig von Ihrer individuellen Risikoanalyse, den vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen der Unterbringung, sollten Sie überlegen, ob Sie sich ein Zimmer mit einer Kollegin teilen. Weitere Sicherheitshinweise für sicheres Reisen finden Sie unter Reisevorbereitung >>
  • In nur sehr wenigen Fällen, besonders wenn es sich um sexuelle Angriffe handelt, schlagen der oder die Täter spontan zu. Meistens beobachten sie die Opfer für eine Weile. Sie sind auf der Suche nach Opfern – nicht nach Gegnern. Machen Sie sich zum „hard target“. Präsentieren Sie sich selbstbewusst basierend auf den richtigen Informationen und den richtigen Strategien. Sie müssen erst verstehen, um mögliche Anzeichen eines bevorstehenden Angriffs zu sehen.

  2 comments for “Expatriate Protection Program – Teil 10: Sexuelle Übergriffe

  1. Maria
    2014-04-01 at 16:46

    Hallo Herr Ziemski,

    mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Wenn es dennoch zu einem Angriff kommt, wie soll ich mich nach Ihrer Meinung verhalten?

    Viele Grüße

    Maria

    • Tom Ziemski
      Tom Ziemski
      2014-04-02 at 20:23

      Hallo Maria,

      mein persönlicher Rat ist: Sich mit aller Kraft, mit aller Entschlossenheit wehren. Ich schreibe in den nächsten Tagen noch einen kleinen Artikel, indem ich etws mehr auf das Thema eingehen werden.

      BG

      Tom Ziemski

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