Expatriate Protection Program – Teil 11.1: Verkehrsunfälle

EPP-Expatriate-Protection-Program-Autounfälle

EPP-Expatriate-Protection-Program-Autounfälle / Fotot: chalud

In der weiteren Betrachtung des Themas “Verkehrsunfälle” widmen wir uns Verhaltensregeln und Überlegungen, die Sie in Ihre SOP einbeziehen sollten.

Zunächst einmal: Seien Sie auf Pannen und Unfälle vorbereitet! Zum Beispiel sollte jeder, der ein Fahrzeug fährt, einen Reifen wechseln können! Mehr Infos dazu gibt’s in unserer Artikelreihe „Sicherheit rund um das Auto“. Für den Fall, dass es zu einem Unfall kommt, haben wir einige Überlegungen und Empfehlungen zusammengestellt.

Nach meiner persönlichen Erfahrung sollten Sie sich auf keinen Fall auf die staatlichen Rettungsdienste verlassen! Unterbrochene Verbindungen, Überlastung, knappe Ressourcen, sehr lange Reaktionszeiten bis hin zu mehreren Tagen etc. sind an der Tagesordnung.

Arbeiten Sie mehrere Alternativen aus: z.B. die Nutzung von privaten Anbietern, Selbsttransport zum Krankenhaus/Arzt, besonders geschultes eigenes Personal usw. Jeder muss genau wissen, was im Falle eines Unfalls zu tun ist. Darüber hinaus sollte jeder einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben. Kein Land in Afrika hat ein auch nur annähernd so gut ausgebautes Rettungsnetz wie Deutschland. Die Reaktionszeiten sind wesentlich länger. Was bedeutet, dass Sie wesentlich länger auf sich selbst und Ihre Fähigkeiten angewiesen sind.

Verhaltenstipps bei Verkehrsunfällen

  • In welcher Sprache meldet sich der Rettungsdienst? Sollten „Sprachkarten“ vorbereitet werden
  • Wie soll sich der Verunfallte gegenüber der Polizei, den teilweise sehr aggressive Abschleppunternehmern und den Unfallgegner verhalten?
  • Mögliche Verhaltensabfolge bei einem Unfall: Weitere Unfälle vermeiden und die Unfallstelle sichern.
  • Sofort den zuständigen Sicherheitsmitarbeiter informieren! Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletze? Welche Art der Verletzung?
  • Helfen Sie möglichen Verletzten. Dabei gilt: Bringen Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr! Unter keinen Umständen sollten Sie ungeschützt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten anderer Menschen in Kontakt kommen. Haben Sie immer eine ausreichend Menge Schutzhandschuhe in Ihrem Erste-Hilfe-Set dabei. Zur Not reichen auch über die Hände gestülpte Plastiktüten aus. Wichtig nur: KEIN direkter Kontakt.
  • Informieren Sie den zuständigen Sicherheitsmitarbeiter über jegliche Veränderung und stimmen Sie Ihr weiteres Vorgehen mit Ihm ab.
  • Sollten Sie das Fahrzeug stehen lassen müssen, sollten Sie alles Wertvolle mitnehmen. Das schließt auch sämtliche Papiere ein, die auf Sie bzw. die Firma hinweisen könnten.
  • Unterschreiben Sie keine Papiere ohne Rücksprache / Überprüfung durch den Rechtsanwalt Ihrer Firma.
  • Machen Sie keine Zusagen bzgl. möglicher Zahlungen an die generische Partei.
  • Sollten Sie das Gefühl haben, dass die Situation eskalieren und es zu Gewalt, z.B. durch Schaulustige oder Beteiligte, kommen könnte, verlassen Sie die Unfallstelle so schnell wie möglich. Informieren Sie unbedingt den Sicherheitsverantwortlichen über Ihre weiteren Schritte.
  • Wie bei allen Sicherheitsmaßnahmen sollte der Schwerpunkt auf der Vermeidung liegen. Besteht die Möglichkeit, dass es zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen könnte, sind folgende Maßnahmen sinnvoll, um die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkung zu reduzieren: immer mit zwei Fahrzeugen unterwegs sein, nur angemeldete Fahrten unternehmen, Nachtfahrverbot etc.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *