Expatriate Protection Program – Teil 12.3: Entführungen

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EPP-Expatriate-Protection-Program-Entführungen / Foto: S. Craddock

Zum Abschluss des Themas „Entführungen“ haben wir einen grundlegenden, möglichen Ablaufplan zum Verhalten im Falle einer Entführung eines Mitarbeiters zusammengestellt.

Dieser erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und muss immer auf die individuelle Situation angepasst werden!

 

Ablaufplan

Ein grundlegender anfänglicher Ablaufplan bei einer Entführung könnte wie folgt aussehen:

  • Aktivierung des Krisenmanagement-Teams vor Ort, um den Wahrheitsgehalt / Richtigkeit der Entführung zu bestätigen: Wo ist es passiert? Wer ist entführt worden? Gibt es bereits Forderungen?
  • Zusammenstellung von Informationen, wie z.B. Anzahl der Angreifer, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, bekanntes Vorgehen der Gruppe, Ablauf der Entführung, gab es Verletze usw., ggf. eine Vor-Ort-Begehung durchführen.
  • Bereitstellen der Personalakten.
  • Aktivierung des Krisen-Teams in der Zentrale.
  • Kontaktaufnahme mit den Angehörigen – sofort mit der Betreuung und Unterstützung beginnen. Überprüfung und ggf. anpassen der Sicherheitsmaßnahmen.
  • ACHTUNG! Sollten Sie für sich bzw. Ihre Mitarbeiter eine „Kidnap & Ransome Versicherung“ abgeschlossen haben, gibt es in den meisten Fällen einen genauen Vorgehensplan seitens der Versicherung der unbedingt einzuhalten ist.
  • In Ländern mit erhöhter Gefahr von Entführungen sollte jeder Mitarbeiter, der den ersten Anruf der Entführer entgegennehmen könnte, wissen, was zu tun und zu erfragen ist. Das Telefon sollte eine Aufnahmefunktion haben, um das Gespräch aufzuzeichnen. Es sollte versucht werden, folgende Informationen in Erfahrung zu bringen: Wer ruft an? Von wo kommt der Anruf? Fragen Sie nach Beweisen, dass die Entführung echt ist. Fragen Sie, ob Sie mit den Geiseln sprechen können und ob es ihnen gut geht. Bringen Sie in Erfahrung, was die Geiselnehmer wollen. Bitten Sie sie, in 15 Minuten noch einmal anzurufen oder fragen Sie, wie Sie sie erreichen können. Versuchen Sie sich so viel wie möglich zu merken: Geschlecht, Alter, Dialekt des Anrufers, Hintergrundgeräusche usw.

Wie schon im ersten Artikel zum Thema „Entführungen“ angesprochen, gibt es keine „goldene Regel“, die auch nur ansatzweise einen glücklichen Ausgang einer Entführung garantieren kann. Wie bei allen Sicherheitsstrategien sollte Ihr Schwerpunkt auf der Vermeidung liegen: Sammeln Sie so viele Informationen wie möglich, aktualisieren Sie diese regelmäßig, erstellen Sie eine Risikoanalyse und entwickeln basierend darauf Ihre SOPs.

In Ländern mit einem erhöhten Entführungsrisiko sollten Sie sich auch mental auf eine Entführung vorbereiten. Was wird passieren, wie wird es passieren, wie lange wird es dauern, usw. Je besser Sie sich vorbereiten, desto stärker und widerstandsfähiger sind Sie im Ereignisfall!

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